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Der XV. Internationale Klavierwettbewerb Santander Paloma O’Shea, der heuer vom 25.Juli bis 7.August stattfinden wird, hat große Erwartungen in der Musikszene geweckt. Nach Beendigung der Einschreibefrist waren 210 Anmeldungen aus 35 Ländern eingelangt, wobei die meisten Bewerber aus Russland, Korea, den USA, Spanien und China stammen.
Das Profil der Bewerber lassen bei diesem XV. Wettbewerb ein hohes künstlerisches Niveau erwarten da sich unter den Pianisten, die den ersten Preis von Santander anstreben, Gewinner anderer internationaler Wettbewerbe und Musiker befinden, die ihre künstlerische Ausbildung an namhaften Schulen und pädagogischen Einrichtungen absolvierten.
Die Vorauswahl wird im Monat März in Madrid, New York und Paris stattfinden, wo ein Aufnahmeteam des Wettbewerbs die Vorspiele in Audio / Video unter gleichen Bedingungen und Unparteilichkeit aufzeichnen wird. Diese Aufzeichnungen werden im April in der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando in Madrid von Jurymitgliedern analysiert, die daraus die zwanzig Pianisten auswählen werden, die nach Santander eingeladen werden.
Für den diesjährigen Wettbewerb wurden geringe Veränderungen bei den Ausscheidungsrunden vorgenommen, die aufgrund von Anregungen der Jury des letzten Klavierwettbewerbs, der 2002 stattfand, eingeführt werden und die umfangreichere Auswahlkriterien zur Ermittlung der Preisträger bieten sollen. So müssen etwa nicht wie bisher die zwanzig ausgewählten Pianisten die Kammermusikrunde absolvieren sondern lediglich jene zwölf, die aus der ersten Runde hervorgehen. Die Pianisten müssen allerdings heuer drei anstatt zwei Klavierrezitale vortragen. Die Orchesterprüfungen bleiben unverändert.
Die Jury, die die Preisträger des Wettbewerbs ermitteln wird, besteht aus bedeutenden internationalen Persönlichkeiten: dem Dirigenten Antoni Ros Marbà der den Vorsitz haben wird, und aus den Jurymitgliedern Albert Attenelle, Bruno Canino, Philippe Entremont, Peter Frankl, Ralf Gothoni, Piotr Paleczny, Menahem Pressler, Riccardo Risaliti, Jacques Rouvier, Dubravka Tomsic, Eliso Virsaladze und Ramzi Yassa.
Die Pianisten werden bei den diversen Ausscheidungsphasen vom Ysaÿe Quartett für die Kammermusik, der Sinfonia Varsovia unter Maestro Péter Csaba für die klassischen Konzerte und für die Endrunde vom Orquesta Sinfonica de Madrid (Orquesta del Teatro Real) unter der Leitung seines Chefdirigenten Maestro Jesús López Cobos begleitet. Mit der Einladung nach Santander schließt sich der Wettbewerb den Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen dieses bedeutenden spanischen Orchesters an.
Der Wettbewerb von Santander ist mit wichtigen Geldpreisen und anderen Preisen dotiert – rund 125.000 Euro wenn man die in den Preisen einbegriffenen bedeutendsten Engagements mitzählt – die sich die Gewinner des ersten, zweiten und dritten Preises, des Publikumspreises und die Teilnehmer der ersten beiden Ausscheidungsrunden, die Diplome erhalten, teilen.
Die Auftritte können viel mehr als nur ein Sprungbrett darstellen: sie können der Beginn einer professionellen Solistenkarriere sein. Beispiel dafür ist etwa Boris Giltburg (Moskau, 1984), der im Jahr 2002 den zweiten Preis des XIV. Klavierwettbewerbs gewann, wobei in diesem Jahr kein erster Preis vergeben wurde. Seine aufsteigende Karriere wird von der Wettbewerbsorganisation mit großer Genugtuung verfolgt. Zu den zukünftigen Auftritten von Boris Giltburg, der von der bekannten Londoner Konzertagentur Intermusica gemanagt wird, zählt eine Tournee mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Christoph von Dohnányi.
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